Post Siegfried Hamborn 1910 e.V.

 

Chronik

 

Post Siegfried Hamborn 1910 e.V.

 

Der heutige Post-Siegfried-Hamborn 1910 entstand durch den Zusammenschluss mehrerer Vereine. Die letzte Fusion erfolgte 1958 zwischen dem 1932 gegründeten Post-SV Hamborn und dem SV Siegfried Hamborn 1910. Dem SV Siegfried Hamborn 1920 hatten sich bereits 1932 der SC Eintracht Hamborn und 1934 der TV Germania Hamborn 1910 angeschlossen. Von dem letztgenannten Verein wurde auch das Gründungsjahr übernommen. 
Die Gründe für diese Zusammenschlüsse waren hauptsächlich auf die fehlenden bzw. verlorengegangenen Platzanlagen zurückzuführen. Auch der Post-SV Hamborn hatte während des Krieges seine Platzanlage verloren. Auf ihr wurde damals eine Flak-Stellung errichtet und nach dem Krieg das Gelände für andere Zwecke benötigt. 


Der Post-SV Hamborn konnte nach Kriegsende seinen Fußballbetrieb nur in ganz bescheidenem Umfange als Gast auf dem Gelände von Hertha Hamborn wieder aufbauen. Das war aber kein befriedigender Zustand, denn beide Vereine wuchsen wieder, und die Kapazität der Hertha-Anlage reichte bei weitem nicht mehr aus. Ein entsprechendes Gelände zur Errichtung einer eigenen Anlage war nicht zu bekommen. So Blieb dem Post-SV Hamborn nichts anderes übrig, als sich einem anderen Verein mit eigener Platzanlage, eben dem SV Siegfried Hamborn, anzuschließen. 
Die „Ehe“ war anfangs nicht sehr glücklich. Sportliche Misserfolge, Intrigen, schwache Vereinsführung und finanzielle Schwierigkeiten führten den Verein in eine Krise, die ihren Tiefpunkt 1962 erreichte, als nur noch 52 zahlende Mitglieder vorhanden waren und dem Verein die Auflösung drohte. 
Eine Wende kam dann bei der „Außerordentlichen Mitgliederversammlung“ am 23.Mai 1962, in der ein ganz neuer Vorstand gewählt wurde und der damalige Amtsvorsteher des Postamts Duisburg-Hamborn, Ernst Jahrke, die Führung des Vereins übernahm. Ihm, aber auch der tatkräftigen Mitarbeit seiner neuen Vorstandskollegen ist es zu verdanken, dass der Verein wieder auflebte und eine ganz rasante Aufwärtsentwicklung nahm. In kurzer Zeit stieg die Mitgliederzahl auf 400 und erreichte innerhalb von wenigen Jahren ihren Höchststand mit nahezu 800 Mitgliedern. Das Vereinsleben wurde sofort reaktiviert, und das Angebot an Bestätigungsmöglichkeiten weit gefächert. Neben den sportlichen Abteilungen entstanden auch “nichtsportliche“ Abteilungen. Und geradezwei dieser “nichtsportlichen“ Abteilungen sollte es vorbehalten bleiben, überregionale und bundesweite Erfolge zu erringen. 
Die Gesangabteilung erreichte bei Bundeswettstreiten der Postgesangsvereine einmal den 4. Und dann sogar auch noch den 1.Platz. Die Skat-Abteilung gewann mehrere Bezirksmeisterschaften, belegte bei den Rhein-Ruhr-Meisterschaften den 1.Platz und bei mehreren Deutschen Meisterschaften erst die Plätze 14 und 19 und später sogar den 4.Platz. Den 4.Platz errang bei Deutschen Meisterschaften auch die Damenmannschaft der Skat-Abteilung. 
Doch kurz nach der „Wiedergeburt des Vereins zeichnete sich schon wieder neue schwere Sorgen ab. Das Gelände der Sportanlage war vom Hamborner Bergbau gepachtet. Dieser hat den Pachtvertrag jedoch stets nur auf die Dauer von 2 Jahren abgeschlossen. Um jedoch öffentliche Mittel für die Instandsetzung der Anlage zu bekommen, musste ein mindestens 20 Jahre gültiger Pachtvertrag vorliegen, und der war vom Hamborner Bergbau nicht zu bekommen. Die Umkleideräume und auch die sanitären Einrichtungen waren auf der Anlage in einer ehemaligen RAD-Baracke untergebracht, die zusehends verfiel und deren Inneneinrichtung durch Einbrüche und Vandalismus mehrmals stark beschädigt wurden. 1966 war es soweit, dass die Anlage aufgegeben werden musste. 
Für die Fußballer begann wieder eine schwere Zeit. Die Stadt Duisburg hatte dem Verein unter bestimmten Auflagen die Benutzung des Stadions Hamborn und später eines Spielfeldes auf der neu errichteten Bezirkssportanlage an der Warbruckstraße gestattet. Im Stadion Hamborn durfte jedoch nicht auf dem Rasenplatz trainiert werden, und Spiele wurden auch nur bei gutem Wetter gestattet. Auf der Bezirkssportanlage durfte zwar noch trainiert und gespielt werden, aber es waren keine Umkleideräume vorhanden. Zum Umkleiden mussten die Räumlichkeiten des etwa 3km entfernten Stadions Hamborn benutzt werden. Unter diesen Umständen war ein regulärer Spielbetrieb kaum mehr möglich. Die Fußballabteilung schrumpfte immer mehr zusammen und war nur unter äußersten Anstrengungen am Leben zu erhalten. 
Zwischenzeitlich liefen aber schon Verhandlungen mit der Stadt Duisburg über die Überlassung eines geeigneten Geländes. 1968 erhielt der Verein den Pachtvertrag für das 22000qm große Gelände der heutigen Anlage. Es dauerte aber noch fast 5 Jahre, bis alle Planungs-, Finanzierungs- und Genehmigungsverfahren abgeschlossen waren und mit dem Bau der Anlage begonnen werden konnte. Im September 1974 war sie fertiggestellt und konnte ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Kosten beliefen sich einschließlich der später errichteten Flutlichtanlage auf über 800.000 DM. 
Ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte begann. Die Fußballabteilung wuchs rapide an. Der Anstieg musste zeitweise sogar gestoppt werden, weil auch die Kapazität der neuen Anlage ihre äußersten Grenzen erreichte. 
Die Fußballabteilung war mittlerweile so stark geworden, dass es für den Hauptvorstand nicht mehr möglich war, sich neben den Anliegen der Abteilungen auch noch intensiv um die Belange der Fußballabteilung zu kümmern. Aus diesem Grunde wurde der Fußballabteilung am 28.März 1980 satzungsmäßig der Status eines „Besonderen Vertreters“ gemäß § 30 BGB verliehen. Diese Maßnahme hat sich bisher gut bewährt. 
Neben den bereits erwähnten Fußball-, Skat- und Gesangsabteilungen bestehen bzw. bestanden im Verein noch folgende Abteilungen: Tischtennis, Volleyball, Faustball, Karate, Kraftsport, Schießen, Schwimmen, Kegeln, Foto, Wandern und Karneval. Auch diese Abteilungen machten Vereinsgeschichte und haben und hatten einen sehr großen Anteil an dem vielgestaltigen Vereinsleben. 
Erfolge und Rückschläge wechselten sich in den 100jährigen Geschichte des Vereins ab. Er konnte bisher- wenn auch manchmal recht mühsam- alle Klippen umschiffen und befindet sich jetzt wieder in einem Tief. Die freiwillige Bezuschussung durch die Stadt Duisburg wurde eingestellt. Grund dafür ist die sehr hohe Verschuldung der Stadt. Es wird wieder kräftig daran gearbeitet um diese Hürde auch wieder zu Meistern.

 

 

 

Top